Eine Photovoltaikanlage – rentiert sich das noch?“ Seit den starken Kürzungen der EEG-Einspeisevergütungen in den vergangenen Jahren ist die Skepsis vielerorts groß. Doch ein Blick auf die aktuellen Fakten zeigt: Nicht nur die Vergütung für den erzeugten Strom ist stark gefallen – auch die Preise für die Anlagen selbst haben sich mehr als halbiert. Ganz abgesehen davon ist der selbst erzeugte Strom noch immer die vermutlich einfachste Weise, die Energiewende selbst aktiv zu unterstützen – und das ist es ja, was wir alle wollen.

Also, woher weiß ich nun, ob sich auf meinem Dach eine Photovoltaik-Anlage rechnet? Hierzu gibt es (in Kempten seit diesem Frühjahr) ein interaktives Solarkataster. Mit diesem Werkzeug wird man nutzerfreundlich (das bestätigen auch Zeitgenossen, die wenig mit dem Computer umgehen) durch die Konfiguration einer eigenen Sonnenstromanlage geleitet. Am Ende bekommt man eine Abschätzung über die zu erwartenden Kosten sowie die zu erwartende jährliche Rendite. Ja, richtig gelesen: man tut nicht nur etwas für die Umwelt, sondern man verdient damit in den allermeisten Fällen sogar Geld! Das sollte man sich ansehen.

Wie geht das nun im Einzelnen? Ich rufe den folgenden Link auf:

Für Wohnort im Landkreis Oberallgäu: https://www.allgaeu-klimaschutz.de/solar-offensive.html

Für Wohnort Kempten: https://www.kempten.de/solar-kataster-19496.html

Natürlich kann man auch einfach in die Suchmaschine „Solarkataster Kempten“ eingeben.

> Die Karte zeigt mir einen Ausschnitt des Kemptener Stadtgebiets. Auffällig sind die vielen blau eingefärbten Gebäude (durch eine Vergrößerung des Bildausschnitts werden die einzelnen Gebäude besser sichtbar). Dabei handelt es sich um die denkmalgeschützten Gebäude im Innenstadtbereich, wo es aktuell aufgrund der Gestaltungssatzung leider schwierig ist, PV-Anlagen anzubringen. Alle grün gefärbten Dächer sind für eine Sonnenstromnutzung sehr gut geeignet (unbedingt checken!). Gelb gefärbte Dächer können durchaus auch interessant sein, müssen aber etwas genauer angesehen werden. Auf roten Dächern ist eine Solarnutzung vermutlich nicht rentabel.

> Nun kann man entweder die Anschrift eingeben oder sein Haus auf der Karte suchen und anklicken. Man wird dann aufgefordert, die Anlage zu konfigurieren. Dazu beantwortet man eine Reihe von Fragen, z.B. nach dem durchschnittlichen Stromverbrauch, ob ganztägig Strom verbraucht wird oder ob man plant, ein Elektroauto anzuschaffen.

> Daraufhin bekommt man Informationen über die passende Größe der zukünftigen Anlage unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit. Für die Energiewende ist es allerdings wirklich wichtig, dass möglichst das ganze Dach mit PV-Modulen belegt wird. Denn immerhin müssen wir im Allgäu 2035 etwa viermal so viel Sonnenstrom erzeugen wie heute, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen. Weiter geht es noch um die Frage, ob man einen Batteriespeicher nutzen möchte und ob man die Anlage über einen Kredit finanzieren will.

> Dann bekommt man auch schon ein Ergebnis präsentiert mit etwaigem Preis der Anlage, der zu erwartenden Rendite und des möglichen Selbstversorgungsgrades (mit eigenem Strom). Das Ganze kann man sich gleich als pdf herunterladen. Damit hat man sich bereits bestens für den Gang zum nächsten Elektro- oder Solarfachbetrieb vorbereitet. Wichtig: lassen Sie sich immer von zwei bis drei Firmen ein Angebot machen. Und am besten erkundigen Sie Sich im Bekanntenkreis, mit welchem Unternehmen gute Erfahrungen gemacht worden sind.

> Und nun? Nun sollten Sie das Thema nicht auf die lange Bank schieben, sondern das Projekt „selber Sonnenstrom erzeugen“ schnell in die Wege leiten. Denn aktuell gibt es kaum eine Klimaschutzmaßnahme, die einfacher umzusetzen ist und dabei auch noch jährliche Renditen von 2-5% erwirtschaftet.

(Hans-Jörg Barth)