Juhuu, endlich Sommerferien — und Sonne satt! Während ich bei meinen Eltern am Bodensee im Schatten des Garten-Pavillons sitze und warte, bis die größte Hitze abgeklungen ist, denke ich mitleidig an unsere Stadtbäume in Kempten: Die haben keine Chance, der brütenden Hitze zu entkommen. Dass Bäume in Trockenstress kommen und durch Hitze geschädigt werden oder gar absterben — selbst bei uns im vergleichsweise kühlen Allgäu, dessen bin ich mir erst in diesem Jahr bewusst geworden…Klimadiskussion sei Dank! Ist der Blick einmal geschärft, sieht man plötzlich allenthalben Bäume mit Trockenschäden. (Weitere Infos zu gestressten Stadtbäumen gibt’s beim NABU und beim BUND Naturschutz.)

Tina Großmann erläuterte uns bei unserem Treffen an der Zumsteinwiese, dass neu gepflanzte Bäume nur in den ersten drei Jahren gewässert werden; danach müssen sie selbst zurechtkommen. Zu der Gelegenheit wies ich sie auf einige (selbst für mein Laienauge) sichtbar geschädigte Bäume in der Herrenstraße und auf dem Mittelstreifen der Memminger Straße kurz vor dem Dachser-Kreisel hin. Erfreulicherweise hat sich das Freiflächenmanagement gleich darum gekümmert und mir folgende Mail geschrieben:

„Besten Dank […] für die vielen Hinweise. Ich gebe diese entsprechend weiter an die Baumpflege/-kontrolle und Orga Nachpflanzung. Zur Herrenstraße kann ich Ihnen schon Folgendes mitteilen: Dank Ihres Hinweises zum Gespräch hat sich das Baumkontrollteam die Bäume […] genauer angeschaut und in die Wässerungsliste aufgenommen, obwohl die Bäume schon älter als 10 Jahre sind. Eine erste zusätzliche Wässerung fand bereits statt, jedoch ohne Erfolg, da das Wasser nicht in den Baumscheiben versickern kann. Die Baumgruben wurden damals offensichtlich noch ohne ein gutes Baumsubstrat hergestellt und nun leiden die Bäume unter Verdichtung und die zusätzlichen Wassergaben fließen oberflächlich ab, das heißt die Bäume erleiden Trockenstress. Wir haben uns […] ein Angebot erstellen lassen für Spülbohrungen, die den Boden lockern und zusätzlich Nährstoffgaben bzw. Mykorrhiza für eine bessere Wurzelbildung und Wasserspeichersubstrat einbringen. Das Ganze kostet für die 9-10 Bäume (einer bereits abgestorben, der andere am Absterben) ca. 2.000 €. Ich sehe dies jedoch als eine gute Möglichkeit, hier noch einzugreifen, um die Bäume zu halten. Die Arbeiten werden kurzfristig ausgeführt, danach erhalten die Bäume zusätzliche Wassergaben.“

Aus welchem Grund ich das in die News setze? Erstens fand ich die Infos ganz interessant (Spülbohrungen — was es so alles gibt…), zweitens wollte ich zeigen: Es lohnt sich, die Stadtverwaltung auf geschwächte Bäume hinzuweisen. Bei 35.000 Bäumen im Stadtgebiet ist es ja durchaus verständlich, dass man nicht jeden Baum im Blick haben kann. Also, die Bürgerin und der Bürger sind gefragt. Haltet die Augen offen und seid ein Stück weit Schutzengel für unsere Stadtbäume in diesem heißen, trockenen Sommer!

Übrigens: die meisten Bäume in Kempten haben eine kleine Plakette mit Nummer im oberen Bereich des Stammes. Wenn ihr diese angebt, ist es ganz einfach für die Verwaltung, den Baum zu lokalisieren. Am besten mit Foto und kurzer Beschreibung des Schadens schicken an: Tina.Grossmann@kempten.de

(Gesine Weiß)

Ach, noch was: ich habe auch ein paar leere Baumscheiben fotografiert und unter Angabe des Straßennamens eingeschickt. Vielleicht wächst da ja irgendwann wieder ein Baum 😉